Praxisbeispiel: Die Babtec Informationssysteme GmbH

Drei Fragen an Dagmar Henkel, Leiterin HR

Babtec entwickelt Software für das Qualitätsmanagement. Angesichts des Fachkräftemangels in der Branche, ist ein gutes Personalmanagement besonders wichtig. Frau Henkel, warum beteiligt sich Babtec an dem Projekt „Innovative Arbeitszeiten in NRW“?

Dagmar Henkel, Leiterin HR

Unsere Arbeitswelt hat durch die New-Work-Bewegung eine Transformation erfahren, die zukunftsweisend ist, denn Arbeit ist für die Menschen ein Mittel zu Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung geworden. Die Mitarbeiter haben Ansprüche an Flexibilität entwickelt und legen damit immer mehr Wert auf die Vereinbarung betrieblicher und privater Anforderungen. Das Argument am Markt etabliert zu sein reicht immer weniger, um bei einem Arbeitgeber zu bleiben oder sich für einen zu entscheiden. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit, ein zuvor in vielen Unternehmen kritisch gesehenes Kernelement der New-Work-Bewegung, wird damit zur Realität.


Wir haben an unser Produkt die höchsten Ansprüche und an uns als Arbeitgeber noch höhere. Da unser Kapital unsere Mitarbeiter sind, steht deren Zufriedenheit im Fokus. Wir nehmen an dem Projekt teil, um unseren Mitarbeitern in ihren jeweiligen Lebensphasen, d.h. dauerhaft ihren Zugang zur Arbeit bei Babtec zu ermöglichen. Durch die Einführung eines zielgruppenspezifischen und lebensphasenorientierten Arbeitszeitmodells sichern wir diese Flexibilität und den Raum zur Selbstbestimmung und -verwirklichung. Dementsprechend freuen wir uns auf ein erkenntnisreiches und spannendes Projekt, um nicht nur Ideen der New-Work-Bewegung umzusetzen, sondern auch das Ziel der Förderung von Frauen im Beruf zu unterstützen. Gleichzeitig bedanken wir uns dafür Teil des Projektes zu sein.


Um die Anforderungen der Beschäftigten an eine neue Arbeitsregelung genauer kennenzulernen, hat SI bei Ihnen eine Online-Befragung durchgeführt. Was ist für Sie das zentrale Ergebnis?

Die Online-Befragung hat uns gezeigt, welche Brisanz die Themen Arbeitszeit- und ort bei unseren Mitarbeitern haben. Mit zielgruppenspezifischen Lösungen haben wir genau den richtigen Ansatz gewählt, müssen dafür aber zunächst eine Kultur etablieren. Wir haben aus der Online-Umfrage die Erkenntnis gewonnen, dass unseren Mitarbeitern in erster Linie individuelle Sonderregelungen in Ausnahmesituationen wichtig sind. Sie haben den Anspruch mobil arbeiten und individuell entscheiden zu können, wie sie ihre Arbeitszeit gestalten. Damit spiegeln die Befragungsergebnisse den aktuellen Trend in Wirtschaft und Gesellschaft wider.


SI berät Sie bei der Entwicklung einer neuen Arbeitszeitregelung. Was ist aus Sicht des HR-Managements eine wichtige Anforderung an eine neue Arbeitszeitregelung?

Eine zukunftsorientierte Flexibilisierung der Arbeitszeiten soll helfen, neben der optimalen Erfüllung von externen und internen Kundenbedürfnissen, auch mehr Zeitsouveränität für die Mitarbeiter (m/w/d) zu realisieren. Sie soll gleichzeitig die weitgehende Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen bzw. des Teams im Hinblick auf Lage und Dauer der individuellen Arbeitszeit sicherstellen.